Es gibt mindestens 3 gute Gründe mit Kritik aufzuhören

Was spricht gegen eine gute Kritik? Brauchen wir nicht Kritik, um unsere Fehler überhaupt zu erkennen? Oder um andere auf ihre Fehler hinzuweisen, sonst könnten sie ja nichts ändern? Ja, es gibt auch konstruktive Kritik… das hört sich gut an, aber was  wird denn darunter verstanden?

Ich mache es kurz – wir brauchen keine Kritik

Erinnerst du dich an die letzte Kritik? Was hat der andere falsch oder gar nicht gemacht? Und was wurde an dir ausgesetzt? Menschen, die andere kritisieren fühlen sich meistens gut dabei. Es muss doch gesagt werden!

Bei den Kritisierten ist das meist anders – sie fühlen sich beschämt, auf einen Fehler hingewieden oder angefeindet. Da hilft auch kein „ich meine es doch gut“ oder ein inneres Strammstehen, das die Gefühle verdrängt. Mit Kritik machen wir anderen ein schlechtes Gefühl. Wenn wir uns kritisieren lassen, uns selber.

Kritik tut weh

„Das habe ich dir doch schon xMal gesagt“ – „Kannst du auch mal pünktlich kommen?!“ – „Nie tust du …!“ Was ist der Unterschied zwischen Vorwürfen und Kritik? Der Ton macht die Musik.

Mit einer Kritik wird der andere auf ein Fehlverhalten aufmerksam gemacht – du hast etwas falsch gemacht. Im Vorwurf liegt noch die Abwertung – es ist nicht richtig, etwas falsch zu machen.

Klingeln dir die Ohren?

Der Kritiker macht sich groß und andere klein

Der Partner soll den Müll raus bringen und tut es nicht. Ein Kritiker fühlt sich überlegen, moralisch einwandfreier und berechtigt, das zu kritisieren. Der Kritisierte hat dem nichts entgegen zu setzen – wie denn auch, er ist doch der Gemaßregelte. Deshalb zielt auch der Hinweis auf konstruktive Kritik daneben.

„Je mehr man kritisiert, um so weniger liebt man.“ Honoré de Balzac

Warum wird Kritik so hoch gehalten?

Und mangelnde Kritikfähigkeit wiederum kritisiert? Wir sind mit Kritik groß geworden. Sie war neben der Muttermilch unser zweites Grundnahrungsmittel. „Neins“ und „du sollst nicht“ sind den kleinen Kinderohren oft um die Ohr geflogen und wurden x Mal wiederholt … „Wie oft soll ich noch …?!“ Offenbar nützt Kritik nichts, oder erst sehr, sehr zeitverzögert. Kritik also nur ein Mythos, an dem wir „kritiklos“ festhalten?

Kritiker und Kritisierte sitzen im gleichen Boot

Warum ist eigentlich in Familien das Müllrausbringen so ein großer Streitpunkt? Ganz einfach – niemand will es machen. Also wird jemand auserkoren und meistens nicht gefragt. „Du könntest auch mal!“  Nehmen wir Pünktlickeit. Da beginnt Kritik gern mit „Nie“.

Wir sehen schon, auch der Kritiker ist nicht zu beneiden, denn selten bekommt er was er will. Er fühlt sich übersehen, nicht gwürdigt oder schlecht behandelt. Aha das ist also das Thema!

Wie kommen nun beide zu ihrem Recht?

„Wenn jemand etwas falsch macht, muss ich es ihm doch sagen?!“ Wieso eigentlich? Haben wir durch uneingelöste Versprechen einen Nachteil oder gar Schaden, geht es doch genau genommen um Verantwortung. Wir hatten Bedürfnisse, die nicht erfüllt wurden. Wir haben uns auf Zusagen verlassen, die nicht eingehalten wurden.

Kritik funktioniert einfach nicht: sie zielt auf das Verhalten Anderer und nicht auf die eigenen Bedürfnisse.

Warum lassen wir nicht unser Gefühl sprechen?

Das ist logisch, da Kritik meistens so anfängt: „du hast/hast nicht … wenn du es getan/ nicht getan hättest … wenn er/sie aufgepasst hätte … immer/nie machst du/machst du nicht!“ Mit diesen DU-Botschaften enttarnen sich Kritiker als echte Schlauberger! Mit einem großen Webfehler – sie übersehen sich selber. Das strapaziert und belastet auf Dauer alle Beziehungen und man weiß manchmal gar nicht so genau warum.

Beispiele: 1.  Anstatt: „Du hast den Mülleimer schon wieder nicht rausgetragen“ → „Ich ärgere mich über dich, denn ich möchte mich gern auf dich verlassen können.“ Oder: „Jetzt stinkt der Mülleimer weiter hier rum und das stinkt mir.“ 2. „Wieso ist das Essen nicht noch fertig?“→ „Schatz, ich beiße gleich vor lauter Hunger in die Tischkante …!“ Oder: „Ich sehe, du bist noch nicht ganz fertig, kann ich dir irgendwie helfen?“

Mit einem Gefühlsausdruck gelingt es uns sehr viel besser, Andere für unsere Bedürfnisse zu sensibilisieren. Mit „das habe ich dir schon 1000 Mal gesagt“ verpeilen wir die Siegerseite. Kritik schießt einfach am Ziel vorbei.

Der Schuldbewusste neigt dazu, sich zu verleugnen, der Kritiker dazu, sich für besser zu halten.

3. Kritiker und Kritisierte sitzen in einem Boot

Kritik stört und behindert ein friedliches Zusammenleben. Der Kritiker übergeht seine Bedürfnisse – wer sich kritisieren lässt, schadet seiner Selbstachtung. Es wäre viel leichter zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen, indem man sie formuliert, kommuniziert und sich für sie einsetzt. Doch da fängt das Problem bereits an: Wir lassen uns sogar für unsere ureigenen Bedürfnisse kritisieren.

Erster Tipp:
Nimm ein ruhige Zeit, über deine echten Bedürfnisse nachzudenken. Schreibe sie alle auf. Sollten Ängste und Befürchtungen hoch kommen, nimm sie an und schreibe sie auch auf. Dies ist ein Moment, indem du auf jegliche Kritik dir gegenüber ganz bewusst verzichtest. Deine Bedürfnisse sind deine Bedürfnisse!

Zweiter Tipp:
Nimm dir richtig Zeit für diese Investition in ein harmonisches Alltagsleben. Kennst du deine Bedürfnisse, hast du Argumente und kannst auf kritik verzichten.

 

… es kann nur besser werden!

 

 

 

 

 

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