Die Kunst und die Freude, selbstbestimmt zu leben

Selbstvertrauen in die eigene Person, Krisenfestigkeit und Beziehungsfähigkeit sind die Grundlagen eines selbstbestimmtes Lebens. Und das kann man nicht einfach lernen, das muss eingeübt werden. Die Gehirnforschung bestätigt, was viele intuitiv wissen: „Man kann niemandem etwas beibringen“ (Gerald Hüther).

Dennoch wird suggeriert, das der passende Experte einem schnell zu einem störungsfreien Leben verhelfen könne. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade in Krisenzeiten viele Ratgeber, mündlicher oder schriftlicher Art, unterwegs sind, die offenbar über den Stein des Weisen verfügen. Rettende Engel bieten bei allen erdenklich möglichen Zwischenfällen des Lebens, schnelle Abhilfe an.

Sind wir menschliche Analphabeten? Wohl kaum

Aber wir haben das Zutrauen in unsere Fähigkeiten verloren, haben immer mehr den Eindruck gewonnen, alles richtig machen zu müssen, um halbwegs mitzuhalten. Was uns auch am selbstbestimmten Leben hindert, ist ein Mangel an Bewusstsein. Es hat sich ein kindlicher Anspruch durchgesetzt, dass alles nach Plan, nach unserem kindlich omnipotenten Plan, verlaufen möge. Krisen kommen darin nicht vor, also fehlen auch die Strategien für eine Krisenbewältigung, aus der alle gestärkt hervorgehen.

Für einen erwachsenen Menschen bedeuten die kindlichen Strategien, dass es schon irgendwer irgendwie für uns richten möge, negativer Stress pur. Sie laufen dem inneren Bedürfnis, für sich und seine Belange die Verantwortung zu übernehmen, zuwider. In unserer egoistischen Leistungsgesellschaft mag man kaum glauben, dass in jedem das tiefe Bedürfnis angelegt ist, auch für andere Verantwortung zu übernehmen.

Wahre Selbstbestimmung sucht nach Ressourcen und findet sich nicht mit Vorgegebenen ab

Sie findet ihren Grund darin, sich in selbstverantwortlicher Weise auch für andere Menschen und das Umfeld verantwortlich zu fühlen. Nicht durch Aneignung von Wissen, sondern durch Ermutigung zu immer neuen Erfahrungen mit sich selber, mit neuen Situationen und anderen Menschen. Das festigt die Anlage zur Beziehungsfähigkeit eines jeden Menschen.
Wenn wir uns als soziale Wesen akzeptieren, brauchen wir genau genommen, weder kluge Ratschläge oder schlaue Sprüche, sondern Hilfestellung und Mitgefühl. Und Menschen, die da sind, wenn wir sie brauchen, ein aufmerksames Ohr von jemanden, der ans uns glaubt.

Der größte Teil der Bücher und Seminare bringen einem jedoch bei, dass man entweder schon viel versäumt oder etwas nicht richtig umgesetzt bzw. mehr Mängel als Vorzüge hat. Es werden die Personen an sich in Frage gestellt, und das ist schädlich für das Selbstvertrauen. Oder man fühlt sich zwischen all den Experten ständig hilfsbedürftig. Davon wird niemand krisenfest. Echte Beziehungsfähigkeit entsteht nur auf der Ebene von Ebenbürtigkeit.

Gemäß der Erkenntnis, dass in jedem Menschen eine Kraft steckt, die nach Entfaltung strebt, gilt es vor allem diese Kraft zu stärken. Es braucht ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass in jedem einzelnen Baustein des Lebens bereits das Ganze vorhanden ist. Ein selbstbestimmtes Leben zeichnet sich durch Beziehungsfähigkeit aus, die keine Grenzen kennt.

Deshalb kann jeder von jedem lernen  –  und jeder kann jedem helfen

„… und vor allem kommt es darauf an, dass Sie Ihr Leben entfalten.“

Ihre Viktoria Hammon

 

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